Afghanistan, Land und Leute

Afghanistan liegt in Zentralasien. Mit rund 650 000 qkm ist es knapp doppelt so groß wie Deutschland. Hohe Gebirge durchziehen das Land. Die höchsten Berge im Nordosten sind über 7000 m hoch. Kabul, die Hauptstadt, liegt in 1800 m Höhe. Die Sommer sind trocken und heiß, die Winter kalt. Niederschläge fallen im Winter und im Frühjahr.

Afghanistan hat zwischen zwanzig und dreißig Millionen Einwohner. Schätzungen oder gar Zählungen, die genauere Angaben rechtfertigten, gibt es nicht. Wegen des Krieges haben etwa fünf Millionen Menschen ihre Heimat verlassen, und niemand weiß, wie viele von ihnen jemals zurückkehren werden. Die Afghanen gehören verschiedenen Völkern an. Es gibt Paschtunen, Tadschiken, Usbeken, Hazara, Turkmenen und noch viele kleinere ethnische Gruppen. Die verbreitetsten Sprachen sind das Paschtu der Paschtunen und das Dari. Dari und das Persisch, das im Iran gesprochen wird, sind Dialekte der gleichen Sprache, die man übrigens auch in Tadschikistan benutzt. Allerdings wird sie dort mit kyrillischer Schrift geschrieben, während die Schriften, die für die Sprachen Afghanistans und Irans benutzt werden, auf einem erweiterten arabischen Alphabeten beruhen. 99 % der Afghanen sind Moslems.

Wegen der vielen Gebirge und des trockenen Klimas lassen sich keine 10 % des Staatsgebietes für den Ackerbau oder den Obstanbau nutzen. Dennoch leben vier Fünftel der Bevölkerung von der Landwirtschaft. Die meisten Bauern verzehren ihre Produkte selbst. Fast alle Felder werden arbeitsaufwendig mit Kanälen künstlich bewässert. In Teilen Afghanistans haben sich Großgrundbesitz und Formen feudaler Abhängigkeit entwickelt. Etwa zwei Millionen Nomaden leben in den Steppen von der Viehzucht. In den Städten wird das Handwerk gepflegt. Es gibt nur sehr wenige Industriebetriebe.