Roya 05.04.2013

Liebe Freunde,

zunächst will ich mit Freuden verbreiten, dass wir fast das Visum für Roia und ihren Vater Hekmat haben. Am kommenden Montag können wir es abholen. Anne Marie hat die Bürde der Zusammenarbeit mit der Visastelle auf sich genommen und war erfolgreich. Sie schildert die Arbeit der Visastelle als konstruktiv und korrekt. Allerdings stellen die deutschen und europäischen Länder (es ist ja ein Schengen-Visum) Forderungen, über die man sich in Afghanistan wundert. So musste sich Hekmats ganze Familie, einschließlich aller Kinder, einen Personalausweis ausstellen lassen. Die Heiratsurkunde des Mullahs war nicht genug. Die Heirat musste von den staatlichen Behörden bestätigt werden – und alles musste ins Englische übersetzt werden und einiges mehr. Aber, wie gesagt, es ging freundlich und höflich zu. Wir sind heilfroh.

Herrn Dr. Kastner in München haben wir bereits informiert, dass die Sache auf ihn zukommt. Er wollte sich um die Unterbringung unserer Gäste kümmern. Am 17.4. findet im Universitätsklinikum eine Voruntersuchung statt. Am 22.4. ist die Operation vorgesehen. Was danach folgt, steht unter Vorbehalt, da die Planungen von Prof. Heimkes, dem Leiter der Kinderchirurgie, auf einer Diagnose beruhen, die er nur mittels eines in Kabul gemachten Röntgenbildes erstellen musste. Bisher soll Roia nach der Operation eine gute Woche im Krankenhaus bleiben. Danach wird sie fünf Wochen lang durch einen Gipsverband ruhig gestellt werden. In dieser Zeit sind einige ambulante Kontrolluntersuchungen nötig. Dann muss Roia noch einmal für zwei Tage ins Krankenhaus. Da wird einoperiertes Metall entfernt. Und danach sind noch zwei Wochen Physiotherapie angesetzt.

Roia, Hekmat, Anne Marie und ich werden voraussichtlich am 13.4. nach Deutschland fliegen. Aber das kann sich noch um ein bis drei Tage ändern. Da wir Hekmats Pass mit Visum noch nicht haben, kann für ihn noch nicht gebucht werden. Andrerseits ist der Flieger am 13., für den Anne Marie und ich Tickets haben, schon ohne Roia und Hekmat voll. Wir müssen also flexibel sein. Aber das sind Kleinigkeiten. Wir sind froh über das, was erreicht wurde.

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(Auszug aus dem Rundbrief vom 05.04.2013)